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Coaching, Beratung,Therapie
Elmar Woelm
 
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Psychotherapeutische Ansätze und Methoden

Methodische Ansätze 

Im Wesentlichen kann man vier grundsätzliche Therapierichtungen bzw. Ansätze in der Psychotherapie unterscheiden. Alle therapeutischen Methoden lassen sich mehr oder weniger auf diese Ansätze zurückführen. Die Konzepte gehen hier teilweise ein wenig durcheinander.

  1. Tiefenpsychologische Ansätze (Psychodynamisch)
  2. Verhaltenstherapeutische Ansätze
  3. Humanistische Ansätze
  4. Systemische Therapien

außerdem werden oft unterschieden

  1. Körperorientierte Ansätze (Progressive Muskelrelaxation (Jakobson), Konzentrative Bewegungstherapie etc.)
  2. Andere Therapieformen (z.B. autogenes Training sowie verschiedene Integrative Ansätze)

  

1. Tiefenpsychologische Ansätze (Psychodynamische Ansätze)

Gehen zurück auf Sigmund Freud. Arbeitet Aufdeckend und ist stark vergangenheitsbezogen. Im ursprünglichen Menschenbild der Tiefenpsychologie ist der Mensch das Opfer seiner Triebe. Die Leiden des Erwachsenen werden als äußeres Symptom innerer ungelöster Traumata und Konflikte aus der Kindheit angesehen.

 Zu den tiefenpsychologischen Ansätzen rechnet man die

  • Psychoanalyse (Freud)
  • Individualpsychologie (Adler)
  • Analytische Psychoanalyse (Jung)
  • Vegetotherapie (Reich)
  • Bioenergetik (Lowen)
  • Transaktionsanalyse (Berne)

Zur Beschreibung einzelner Methoden siehe weiter unten!

 

2. Verhaltenstherapeutische Ansätze

Grundannahme der Verhaltenstherapie ist, dass alles Verhalten und damit auch alle psychischen Probleme des Menschen anerzogen, konditioniert ist. Die Verhaltenstherapie setzt daher direkt am Verhalten an, ist bestrebt, das Verhalten des Menschen und sein Denken zu verändern.

 

a. Lerntheoretische Ansätze

Neues Verhalten wird eingeübt und durch Reize konditioniert. Inneres Erleben etc. ist uninteressant, es interessiert nur das von außen sicht- und messbare (besonders bei der Klassischen Konditionierung.) Der Mensch wird als „Black Box“ angesehen. D.h. es interessiert nicht, was im Innern des Menschen vor sich geht, sondern nur das von außen beobachtbare und wissenschaftlich belegbare Verhalten!

Folgende Begriffe und Methoden sind mit den lerntheoretischen Ansätzen der Verhaltenstherapie eng verbunden:

  • Klassische Konditionierung (Pawlow)
    • Reiz löst „muss“ - Reaktion aus (Speichelfluss des Pawlowschen Hundes)
  • Behaviorismus (Watson)
    • alles ist anerzogen, alles konditioniert
  • Operante Konditionierung (Skinner)
    • Durch Verstärker oder Diskriminierung wird erwünschte „kann“ – Reaktion erzeugt (Dressur); Verhaltensänderung durch die Folgen des Verhaltens. Sind die Folgen angenehm, wird das Verhalten beibehalten (Kind: Hilfesuchen wird erfüllt, Selbständigkeit kritisiert -> Hilflosigkeit wird operant verstärkt!)
      Fazit: Der Mensch erfährt positive und negative Konsequenzen seiner Handlungen und lernt daraus.
  • Systematische Desensibilisierung (Wolpe)
  • Flooding (Reizüberflutung, Implosion)
  • Lernen am Modell (Bandura)
    • Lernen durch Nachahmung, Imitation, kopiertes Verhalten

Zur Beschreibung einzelner Methoden siehe weiter unten!

 

b. Kognitive Ansätze (als Weiterentwicklung der Lerntherorien)

Will die Art und Weise verändern, in der der Mensch über sich denkt. Es geht um Erkenntnis und Verstehen (Denkmuster, Glaubenssätze, beobachten, überprüfen, bewerten, Alternativen). Keine „Black Box“, sondern Exploration des „Inneren“

  • Kognitive Therapie (Beck)
    • beobachtet, identifiziert, überprüft, sucht Alternativen
  • RET, Rational-emotive-Therapie (Ellis); ebenfalls eine kognitive Therapie
    • Konfrontation mit Glaubenssätzen (Superego)

 Zur Beschreibung einzelner Methoden siehe weiter unten!

3. Humanistische Ansätze

Betonen das eigene Potential jedes Menschen. Entstanden in Abgrenzung und als Erweiterung der traditionellen Psychoanalyse/Tiefenpsychologie sowie der Verhaltenstherapie. Umfasst ein breites Spektrum unterschiedlichster Methoden. Grundannahme: Der Mensch ist gut, und hat alle Fähigkeiten die er braucht um gesund zu werden. Die ganze Person befindet sich in einem kontinuierlichen Prozess der Veränderung und des Werdens.

  • Gestalttherapie (Perls)
    • Hier und Jetzt der Gefühle hat Gestalt im Körper
  • Gesprächspsychotherapie (Rogers)
    • Strebt nach Selbstverwirklichung; 3 Grundprinzipien: Empathie, positive Wertschätzung, Echtheit
  • Logotherapie (Frankl)
    • Sinnfindung, Orientierung, Verantwortung
  • Psychodrama (Moreno)
    • Rollenspiel
  • Bioenergetik (Lowen)
    • teilweise auch zu Tiefenpsychologischen Ansätzen gestellt, oder zu den Körperorientierten Verfahen

Die Humanistische Psychotherapie ist eng verbunden mit den Namen Carl Rogers (Klientenzentrierte Gesprächspsychotherapie), Fritz Perls (Gestalttherapie), Milton Erickson (Hypnotherapie), Viktor Frankl (Logotherapie), Moreno (Psychodrama) u.a.

Zur Beschreibung einzelner Methoden siehe weiter unten!

4. Systemische Ansätze

Der Mensch als Teil eines ganzen Systems bzw. verschiedener Systeme (Familie, Arbeitsplatz etc.), durch das er geprägt und beeinflusst wird.

 

Einige Verfahren im Einzelnen

Traditionelle Psychoanalyse
Begründer: Sigmund Freud

Versucht lange verdrängte Erinnerungen hervorzuholen und schmerzliche Gefühle für eine wirksame Lösung durchzuarbeiten.
Hauptziel: Unbewusstes soll bewusst gemacht und dadurch erlöst werden! = aufdeckendes Arbeiten. Die KlientIn liegt auf einer Liege, die TherapeutIn steht oder sitzt dahinter, für die KlientIn unsichtbar. Mehrere Sitzungen pro Woche, einige Jahre lang.

Wichtigste Elemente der Psychoanalyse:

  • Freie Assoziation
    • KlientIn lässt die Gedanken frei schweifen und erzählt, welche Gedanken, Wünsche, Gefühle, Bilder etc. auftreten
  • Widerstand
    • Widerstände werden als Schranken zwischen dem Bewussten und Unbewussten angesehen. Sie zeigen wichtiges Material an; daher ist es Ziel, die Wiederstände zu erkennen, zu bearbeiten und zu überwinden.
  • Traumdeutung
    • Träume gelten als wichtige Quelle für Informationen aus dem Unterbewussten.
  • Übertragung – Gegenübertragung
    • Die KlientIn bringt der TherapeutIn Gefühle entgegen, die aus alten, verdrängten Konflikten stammen. Es findet eine Verwechslung der TherapeutIn mit früheren Personen (z.B. Eltern) statt.
      Gegenübertragung nennt man die (unerwünschte) Reaktion der TherapeutIn in Form einer eigenen Übertragung.
  • Abstinenzregel
    • Die TherapeutIn darf außerhalb der Therapie keinen Kontakt zur KlientIn pflegen und ihre eigenen Beziehungskonflikte nicht thematisieren.
Weitere Grundbegriffe der Psychoanalyse siehe hier.

 

Individualpsychologie (Adler)

Ziel: Gemeinschaftsfähigkeit

Die Individualpsychologie betrachtet den Menschen als Ganzen und unterteilt die Psyche nicht in verschiedene Schichten und Triebe. Sie lässt in starkem Maße pädagogische Elemente einfließen. Nach Adler hat jedes Individuum einen bestimmten Lebensstil und einen bestimmten Lebensplan nach dem es handelt. Der Lebensplan soll bis ca. zum 4. Lebensjahr entwickelt sein. Nach Adler erkennt man ein psychisches Fehlverhalten daran, dass sich der Patient aus der Gemeinschaft ausgliedert (Machtmensch z.B.), anstatt sich, in die Gemeinschaft einzubringen. Im Gegensatz zu Freud betrachtet Adler die Entstehung von Störungen in der Abwehr gegen die Anforderungen und Erwartungen der Umwelt! Es besteht ein Spannungsfeld zwischen ungenügender eigener Akzeptanz und gesellschaftlichen Forderungen. Ein Kind fühlt sich von Beginn an ausgeliefert und ohnmächtig (Minderwertigkeitsgefühl) und strebt zur Kompensation nach eigener Macht. Adler ist die Stellung des Menschen in der Familie ist wichtig! Das Erleben der Minderwertigkeit wird später zur wichtigen Triebfeder für für den Einsatz des Menschen in Kultur, Politik und gesellschaftlichem Leben. Minderwertigkeitsgefühle sollen durch Betrachten, Analysieren und einen kreativen Konflikt mit Therapeuten (Übertragung) überwunden werden.

 

Charakteranalyse und Vegetotherapie (Reich)

Reich modifiziert die klassische Psychoanalyse nach Freud in Richtung einer Widerstandsanalyse. In seinem späteren Schaffen bezog er den Körper mit in die Psychotherapie ein und entwickelte Konzepte über allgemeine Gesetze des Lebendigen, sowie der Funktion des vegetativen Nervensystems im speziellen (Vegetotherapie).
Reich formulierte den Begriff des Charakterpanzers: Danach manifestieren sich Charakterstörungen und Neurosen in chronischen muskulären Verspannungen, mit Veränderungen der Atmung, Körperhaltung und Gestik. Mit Hilfe eines Charakterpanzers werden traumatische Erlebnisse verdrängt und somatisiert. (sieh auch: Lowen, Bioenergetik).
Technik: mehr oder weniger entkleidet, tiefes Atmen, Muskeldruck, Massage. Durch die Arbeit mit dem Körper sollen die Verspannungen aufgehoben und damit auch Veränderungen in den Charakterstörungen ereicht werden. 

Analytische Psychologie Jungs

Sieht die Persönlichkeit als Konstellation widerstreitender Kräfte in dynamischer Balance.
Zum Beispiel Einklang/Konflikt männlicher Aggressivität und weiblicher Sensibilität. Jung erweitert das Unbewusste um den Begriff des Kollektiven Unbewussten. Er nimmt verschiedene Archetypen der Seele (ererbte Urbilder im Unbewussten) an. 

Besonders bekannt sind Animus und Anima:

  • Animus            =            männlicher Archetyp, aus der Erfahrung der Frauen
  • Anima              =            weiblicher Archetyp aus der Erfahrung der Männer

Das Unterbewusstsein trägt jeweils eher die gegengeschlechtlichen Züge. Typische Archetypen aus Vorgeschichte und Mythologie sind zum Beispiel: der Sonnengott, der Helfer, der Schatten (andere Seite des Ich), Vater- und Mutterarchetypus, das Selbst. Die Archetypen treten in allen Kulturen auf und lassen sich durch die ganze Menschheitsgeschichte hindurch verfolgen.
Die analytische Psychotherapie Jungs arbeitet viel mit Märchen, Mythen und Träumen sowie mit dem Assoziieren und kreativem Gestalten. Anders als bei der klassischen Psychoanalyse sitzen sich TherapeutIn und KlientIn gegenüber und arbeiten in angenehmer Atmosphäre, in freundschaftlicher Offenheit miteinander.

 

Bioenergetik (Lowen)

Lowen entwickelte in Weiterführung der Reichschen Charakteranalyse und der Vegetotherapie sowie der Psychoanalyse Freuds die Bioenergetik. Seelische Störungen werden als Energiestaus angesehen, die mit verschiedenen Techniken und körperlichen Übungen aufgelöst werden. Die KlientIn lernt, mit eigenen Gefühlen und Erfahrungen in Kontakt zu kommen, Verhaltensweisen zu verändern und alte Verletzungen und Konflikte zu bewältigen bzw. zu erlösen.

 

Klientenzentrierte Gesprächsführung/Psychotherapie
Begründer: Carl R. Rogers

Erkenne deine Gefühle, drücke sie aus und akzeptiere dich selbst.

Ziel der Klientenzentrierten Psychotherapie ist die Unterstützung des Klienten bei der Entdeckung seiner Individualität. Förderung des gesunden psychischen Wachstums. Rogers war der Ansicht, dass bei psychischen Leiden das natürliche Streben des Menschen zur Selbstheilung gestört ist. Es gilt daher dieses zu reaktivieren. Die TherapeutIn ist unterstützende ZuhörerIn. Sie spiegelt und wiederholt das von der KlientIn Gesagte in eigenen Worten und fasst die oft unausgesprochenen Gefühle in Worte (Verbalisierung). Hierdurch wird die KlientIn angeregt, eigene Lösungen zu finden. Die TherapeutIn gibt keine Antworten! Keine Bewertungen! Keine Anweisungen und Ratschläge!
Nicht nur als Therapie, sondern auch zur Lösung von verschiedensten Themen und Konflikten hervorragend geeignet (Gesprächsberatung). Es ist Immer wieder erstaunlich, auf wie einfache Weise die Ratsuchende Lösungen findet.

Zentraler Begriff: Selbstverwirklichung

Rogers stellte 3 wichtige Grundprinzipien für die TherapeutIn auf:

  • uneingeschränkte positive Wertschätzung gegenüber der KlientIn
  • Echtheit der TherapeutIn in ihren Äußerungen und im Verhalten (Kongruenz)
  • Empathie (Einfühlungsvermögen)

Rogers gilt als einer der wesentlichen Begründer der Humanistischen Psychotherapie.

 

Focusing (Gendlin)

Focusing wurde in den 60 er Jahren von Eugene Gendlin, einem langjährigen Freund und Mitarbeiter Carl Rogers' entwickelt. Im therapeutischen Prozess lernt die KlientIn eine Art Innenschau, bei der es darum geht, sich der Gefühle bewusst zu werden, und wo genau sie sich im Körper äußern. Alle Gefühle werden begrüßt und ohne Urteil angenommen. Im Verweilen und teilweise inneren Dialog mit den Körpergefühlen können sich diese verändern und haben oft ihrerseits etwas wichtiges für die KlientIn mitzuteilen. Viele Gefühle warten nur darauf, ernst genommen und akzeptiert zu werden. Sobald die KlientIn beginnt, die rigorose Ablehnung bestimmter Gefühlsqualitäten zu beenden und sich ihnen mit offener Anteilnahme zuzuwenden, können sie sich mitunter auf dramatische Weise verändern und ihr den Zugang zu neuem Verstehen und teilweise ganz neuen Dimensionen der Heilung und des Ganzseins eröffnen.
Aber es geht dabei gar nicht unbedingt primär um Veränderung der Gefühle – was das Erste und Wichtigste ist, ist, dass sie nicht mehr abgelehnt werden, sondern ihren Raum bekommen und angenommen werden!

 

Logotherapie nach Viktor Frankl

In der Logotherapie geht es in erster Linie um Sinnfindung, Orientierung und Verantwortung. Seelische Konflikte werden als Mangel an Verständnis des Lebenssinns, wie auch dem Sinn des Leidens aufgefasst. Die KlientIn soll in ihrem Prozess der Sinnfindung und der Bewältigung von Leid unterstützt werden. Die Logotherapie ist eine Gesprächstherapie,die im Gegensatz zum Klientenzentrierten Ansatz (Rogers) beratend/überzeugend und direktiv arbeitet. 

 

Hypnotherapie nach Milton Erickson

Hypnose ist ein tief entspannter Zustand, der mit Einengung des Alltagsbewusstseins und Erhöhung der Konzentration einhergeht. Dabei ist eine positive Wechselbeziehung, der Rapport, zwischen Therapeut und Klient äußerst wichtig. Man bezeichnet diesen hypnotischen Zustand als Trance. Er kann ganz unterschiedlich tief sein, wobei die Tiefe der Trance nicht entscheidend für den Erfolg und die Qualität der Arbeit ist. In der Trance ist das Unterbewusstsein besonders empfänglich für positive Gedanken und Suggestionen des Therapeuten. In diesem Zustand können Dinge wieder erinnert werden, die vergessen wurden, alte Muster und Verhaltensweisen aufgedeckt und erlöst werden, positive Alternativen kreiert werden und vieles mehr. Trancearbeit kann eine große Hilfe sein, seine Potentiale und inneren Kraftquellen zu erkennen und zu erwecken. Bei der Hypnotherapie werden mit Hilfe des Unterbewusstseins positive und kreative Lösungen gesucht und gefunden, die in der für den Klienten jeweils angemessenen Zeit in sein Bewusstsein und sein Leben integriert werden.
Als Begründer der modernen Hypnotherapie ist der amerikanische Arzt und Psychotherapeut Milton Erickson allgemein anerkannt. Für ihn gab es keinen Menschen, der sich nicht „hypnotisieren“ ließ (nicht in der Lage wäre, in Trance zu gehen). Selbst größte Skeptiker wusste er zu leiten und in Trance zu führen. Dies gelang ihm nicht zuletzt durch seine bedingungslose positive Annahme jedes Klienten.
Ein guter Hypnotherapeut arbeitet nie „überlagernd“, sondern kreativ ursächlich. Die Erickson'sche Hypnose arbeitet viel mit Bildern, Metaphern und Geschichten und findet heute vielfältige Anwendungsmöglichkeiten.

 

Gestalttherapie
Begründer: Fritz Perls

Konzentriert sich darauf, Psyche und Körper zu vereinen. Förderung der Selbstaufmerksamkeit, Hier und Jetzt. Arbeitet mit zahlreichen Methoden, die nur schwer in wenigen Worten wiederzugeben sind. Gefühle sollen in der Gruppe ausgedrückt werden. Weit bekannt ist "Perls Stuhl" (der leere Stuhl), auf den die KlientIn eine Person aus ihrer Vergangenheit oder Gegenwart projizieren kann (Eltern, Arbeitgeber, Mitarbeiter, Familienmitglieder) um auf geschützte Weise an den Themen mit dieser Person zu arbeiten. Dabei kann ein Dialog mit dieser Person stattfinden, wobei die KlientIn sich jeweils in die betroffene Person hineinversetzt und ausspricht, was diese ihrer Meinung nach sagen würde.
In der Gestalttherapie ist Raum um Fantasien auszuagieren. „Unerledigte Situationen“ werden zum Abschluss gebracht (sonst wiederholen sie sich).
Die Gestalttherapie ist sehr weit verbreitet und wird von vielen TherapeutInnen und BeraterInnen angewendet.

 

Transaktionsanalyse
Begründer: Eric Berne

Bei der Transaktionsanalyse geht es um Botschaften in zwischenmenschlichen Beziehungen (Transaktionen). In Anlehnung an die Tiefenpsychologie Sigmund Freuds unterscheidet Berne das Kind-Ich, das Erwachsenen-Ich und das Eltern-Ich, unter deren unterschiedlichem Einfluss ein Mensch erlebt und reagiert. Das Ziel ist die Stärkung des Erwachsenen-Ich um auf eine erwachsene reife Weise agieren und reagieren zu können. Mit dem Begriff Transaktion kann jeder Austausch, jede Kommunikation zwischen Menschen beschrieben werden. Berne nennt die sich immer wieder nach den gleichen alten Mustern vollziehenden (nicht der jeweiligen Situation angemessenen) Transaktionen "Spiele". Bekannte Klassiker sind die Bücher "Spiele der Erwachsenen" von Berne und "Ich bin o.k. Du bist o.k." von Harris.

 

Psychodrama (Moreno)

Jakob L. Moreno entwickelte eine Psychotherapie, in der er die KlientInnen therapeutische Rollenspiele entwickeln und vorführen lässt. In Form einer Gruppentherapie werden erlebte Situationen nachgespielt und Gefühle mit Stimme und Körper möglichst deutlich ausgedrückt. So können im Spiel unbewusste Wünsche und verdrängte Erlebnisse wieder entstehen und leichter bearbeitet werden. Auf intensive Weise werden dabei Gefühle freigesetzt.

 

Verhaltenstherapien

a. Konfrontationstherapieen/ Expositionstherapien

Klassische (und teilweise operante Konditionierung)

Löschung von klassisch konditionierten Reizen = wiederholte Darbietung des neutralen Reizes.

Exposition bei Reaktionsverhinderung (Flucht oder Zwang); direktes Konfrontieren mit der schrecklichen Situation, dem Objekt in normalem Alltag. Die KlientIn lernt, dass nichts Schlimmes passiert = Dekonditionierung

  • Systematische Desensibilisierung (Wolpe) bei Phobien

Langsames Heranführen an angstauslösendes Objekt in Entspannung

  • Flooding bei Phobien und Zwängen  

    Reizüberflutung. Z.B. 'rauf auf den Turm bei Höhenangst und so lange oben bleiben bis die KlientIn gelernt hat, dass nichts passiert.

    Außerdem:


  • Gegenkonditionierung (Watson, Jones)
  • Lernen am Modell (Bandura)

Lernen durch Beobachtung und Nachahmung

  • Token economy

Arbeiten mit Belohnung für erwünschtes Verhalten.

 

  b. Kognitive Verhaltenstherapien

  • Kognitive Therapie nach Beck

Grundannahme: Wir sind das, was wir uns selbst über uns sagen und denken. 
Falsche Selbstüberzeugungen werden bewusst gemacht, durchdacht, analysiert überprüft und alternatives Verhalten gesucht und eingeübt.

Die kognitive Therapie hilft dem Klienten, seine Probleme realistischer und flexibler zu beurteilen und zu handhaben und dadurch seine Symptome zu reduzieren. Gedanken, die für Gefühle verantwortlich sind, werden analysiert und dann gezielt verändert.

Beispiel: Depression durch automatische, oft unbewusste negative Gedanken.

 

  • Rational emotive Therapie - RET (Ellis)

Gleicher Ansatz wie Beck.
System der Persönlichkeitsveränderung durch Veränderung irrationaler Überzeugungen, die unerwünschte Überzeugungen, höchst belastende emotionale Reaktionen wie schwere Angst verursachen. Die RET hält das Denken für den wichtigsten Faktor dafür, wie der Mensch sich fühlt. Störungen im Gefühlsbereich entstehen durch irrationales Denken. Emotionale Reaktion die auf ein Ereignis folgt, wird durch unerkannte falsche Überzeugungen verursacht. Der Klient wird mit seinen Glaubenssätzen konfrontiert. Lernt sein „Sollte“ und „Müsste“ zu erkennen, die ihn daran hindern so zu leben, wie er eigentlich will.
 A – B – C der Gefühle => A = Reiz, B = bewertende Gedanken, C = daraus entstehende Gefühle.

 

  • Training sozialer Kompetenz/ Selbstsicherheitstraining

Meist in Gruppen. Verhalten ist eine Kombination von Denken, Fühlen und eingeübten Verhaltensweisen. Es findet eine kognitive Analyse von Denken, Fühlen und Verhaltensmustern statt; Einübung von geändertem Verhalten.

 

Weitere Therapien

Primärtherapie

Tiefenpsychologisch fundierte, körper-, erlebnis- und aktionsorientierte Methode. Begründer: Janov, Ende der 60 er Jahre. Gilt als eines der wesentlichen Heilverfahren für Neurosen. Verdrängte frühkindliche „primäre Gefühle“ sollen wiedererlebt werden. Besonders Geburtstrauma. Kathartische Reaktionen werden angestrebt.

 


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