Menschen sind spirituelle Wesen
Zu meinem Weltbild gehört, dass Menschen spirituelle Wesen sind. Dabei ist es zunächst einmal unwichtig, zu welchem Grad sich der einzelne Mensch dessen bewusst ist, ob er sich überhaupt dessen bewusst ist oder ob er sich tatsächlich auf eine Art und Weise verhält, die diesen essentiellen Aspekt seines Seins widerspiegelt und verkörpert. Diese Ansicht mag von manchen Menschen schwer zu verstehen sein, wenn man sich die äußere Realität der Welt anschaut und all die Zerstörung betrachtet, die von Menschen verursacht wird. Man ist geneigt, sich eher zu wundern, mit welcher Rechtfertigung jemand zu behaupten wagt, Menschen seien spirituelle Wesen. So könnte man doch eher den Eindruck haben, der Mensch sei wie Krebs: Er scheint in solcher Geschwindigkeit zu wachsen, dass er schließlich seine ganze Umwelt zerstört von der er lebt – ein Verhalten, das man kaum von einem spirituellen Wesen erwarten würde, oder? Aber alles, was uns an der menschlichen Spiritualität zweifeln lässt, ist in Wirklichkeit gerade eine Verdrehung der wahren menschlichen Natur als spirituelle Wesen. In meinem Buch "Hypnotherapy and the Inner Judge" lege ich viel Wert auf diesen Aspekt und möchte mehr Verständnis für diese Sichtweise erreichen sowie dafür, auf welche Weise unsere Realität als spirituelle Wesen durch unsere persönliche Entwicklung in dieser Welt verzerrt wird. Was wir üblicher Weise für ICH halten wenn wir über uns selbst denken oder sprechen, ist nur das Etwas, das wir im Laufe unseres Lebens als Identität aufbauen. Es ist unsere Persönlichkeit, die aus den Ideen, Gedanken und Wahrnehmungen besteht, die wir über uns selbst haben. Tatsächlich sind wir jedoch viel mehr als das, auch wenn sich die meisten Menschen dessen nicht bewusst sind. Die Vorstellung, die wir über uns selbst angenommen haben, unsere Persönlichkeit, hindert uns daran unsere wahre Natur zu erkennen. Es gibt verschiedene Konzepte darüber, was unsere wahre Natur ist – eine Seele, Buddha, Geist oder anderes. Es spielt keine Rolle, was unsere persönliche Vorstellung sein mag, aber das, was unser wahres Sein ist, kann nicht allein intellektuell verstanden werden sondern muss mit Körper Seele und Geist erfahren werden. Das heißt, spirituelle Erfahrungen sind in höchstem Maße phänomenologisch. Spiritualität und ein spirituelles Wesen sein, hat nichts damit zu tun, welcher speziellen Religion man anhängt oder mit philosophischen Konzepten. Es hat im Laufe der Geschichte der Menschheit verschiedenste spirituelle Wege gegeben. Alle haben letztendlich zum Ziel, die falschen Ideen und Konzepte zu entwirren, die wir von uns und der Welt haben, die Schichten zu entblättern, in die wir uns eingepackt haben und die Erkenntnis und Erfahrung über unsere wahre Natur, unser wahres Wesen zu entfalten, ganz gleich, wie auch immer man es nennen mag. Viele Religionen haben leider meist ganz den gegenteiligen Effekt – sie sind zu rigide und verschleiern eher die Erkenntnis unserer wahren Essenz. Wenn wir Menschen für spirituelle Wesen halten – und ich weiß, dass es viele Menschen gibt, die das nicht tun –, sollten wir dies auch in der Therapie berücksichtigen; das ist mein Ansatz.
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