Übersicht

Neuroleptika
Antidepressiva
Lithiumsalze
Tranquilizer
Hypnotika (Schlafmittel)
Psychostimulantien

Neuroleptika

!! kein Suchtpotential !!

!! aber starke Nebenwirkungen !!

Alle Neuroleptika beeinflussen das Dopamin-System durch Blockade der Rezeptoren! Das gesamte Nervensystem wird beeinflusst!! Das heißt, das sensorische, motorische und vegetative Nervensystem, was die enormen Nebenwirkungen erklärt!!

Das Wirkungsspektrum der Neuroleptika ist antipsychotisch, antischizophren, sedierend (beruhigend), anxiolytisch (gegen Angst) und vegetativ dämpfend - je nach Potenz.
Hauptsächliches Einsatzgebiet sind Psychosen.
Man unterscheidet:

Hochpotente Neuroleptika, 10 – 400 –fach, z.B.: Haldol, Omca, Imap
stark antipsychotisch, stark antischizophren, kann sofort hoch dosiert werden und auch schnell wieder abgesetzt werden.

Mittelpotente Neuroleptika, 1 – 10 –fach, z.B.: Ciatyl, Psyquil

Niederpotente Neuroleptika, <1 –fach, z.B.: Atosil, Neurocil, Mellerilsedierend, anxiolytisch (gegen Angst), vegetativ dämpfend (z.B. auch bai Alkoholentzug), weniger bzw. schwach antipsychotisch, helfen nicht bei einem akuten Schub!
Nebenwirkungen der Neuroleptika

! Extrapyramidalmotorische Störungen (parkinsonähnlich) !

* Bewegungsarmut (Akinese)
* Allgemeine Erhöhung des Muskeltonus (Rigor)
* Ruhetremor
* Schwindel
* Mundtrockenheit
* Sehstörungen (Akkomodation)
* Miktionsstörungen (Harnlassen)
* Potenzstörungen

außerdem:

* Epileptische Anfälle
* Hautauschläge und Allergien
* Leberstörungen
* Gewichtszunahme
* Müdigkeit und Lustlosigkeit
* u.a.

Vielfache Wechselwirkungen mit anderen Mitteln (Alkohol, Antidepressiva, Tranquilizer etc.)

Psychische Auswirkungen können sein: Unruhe und depressive Verstimmung


Antidepressiva

! kein Suchtpotential !

Beispiele: Aponal, Ludiomil

Antidepressiva wirken stimmungsaufhellend, antriebssteigernd, anxiolytisch; teilweise Mittel mit sedierender Wirkung/ sedierendem Schwerpunkt. Sie sind aber keine sogenannten Psychostimulantien, das heißt, sie wirken nicht euphorisierend!

Antidepressiva bilden bei der endogenen Depression das Kernstück der Behandlung! Bei psychogenen Depressionen hilft es, den Patienten therapiefähig zu machen!

Außerdem werden Antidepressiva angewendet bei:

* Panikattacken
* Phobien
* Anorexie (Magersucht)
* Bulimie
* Entzugssyndromen
* chronischen Schmerzzuständen

Es werden verschiedene Gruppen von Antidepressiva unterschieden, z.B. Trizyklische Antidepressiva und MAO-Hemmer. Antriebssteigernde Antidepressiva bergen in der ersten Zeit mitunter starke Suizidgefahr, weil die antriebsteigernde Wirkung vor der Stimmungsaufhellung einsetzt. Daher wird oft zusätzlich ein Neuroleptikum gegeben, um die Antriebssteigerung zunächst zu dämpfen!! Die Stimmungsaufhellung braucht etwa 3-4 Wochen!!

!! Antidepressiva müssen in der Medikation langsam eingeschlichen werden und auch langsam wieder ausgeschlichen werden !!

Die Mittel brauchen 5 – 6 Wochen bis sie auf ihre Wirkung beurteilt werden können !!

Zur Wirkung

Serotonin-Hypothese: Bei Depressionen wurde ein Mangel an Serotonin im Liquor festgestellt! Antidepressiva beeinflussen die Neurotransmittersysteme durch Hemmung der Wiederaufnahme von Serotonin aus dem synaptischen Spalt zurück in den präsynaptischen Zellspeicher. Das führt zu einer Steigerung der Konzentration im synaptischen Spalt.

MAO-Hemmer (Monoaminooxidase-Hemmer) verhindern die Inaktivierung des Serotonins durch Monoaminooxidase.

Nebenwirkungen der Antidepressiva

* Mundtrockenheit und Trockenheit anderer Schleimhäute
* Blutdrucksenkung
* hoher Puls
* Schwitzen
* Verstopfung (Obstipation)
* Harn lassen erschwert bis blockiert
* Potenzstörungen
* Akkomodationsstörungen
* hypomane Nachschwankungen
* Tremor
* Gewichtszunahme
u.a.

Psychische Nebenwirkungen können sein: Unruhe, Schlafstörungen, Müdigkeit


Lithiumsalze

Lithium Salze dienen der Langzeitprophylaxe bei schwerer Manisch-Depressiver Psychose (Bipolarer Störung).

Tranquilizer

(Benzodiazepine)
Gegen Angst, Unruhe, Anspannung, Erregungszustände, Schlafstörungen

!! Hohe Suchtgefahr !! Körperlich und psychisch !!

Beispiele: Valium, Tranxillium, Adumbran u.a.
Nebenwirkungen der Tranquilizer

* Suchtgefahr
* Müdigkeit
* Benommenheit
* Schwindel
* Halluzinationen
* Verwirrung
* Kopfschmerzen

Psychische Nebenwirkungen können sein: Erregung und depressive Verstimmung.


Hypnotika

(Schlafmittel)
Beispiele: Staurodorm, Dalmadorm u.a.

! Suchtgefahr !


Psychostimulantien

(Aufputschmittel)

Beispiele: Weckamine und Amphetamine, Pervitin, Ephedrin, Ritalin, Captagon, Ecstasy!!

Missbrauch und Sucht möglich !!!
Rasche Gewöhnung und Dosissteigerung!

Starke Gefahr psychischer Abhängigkeit !!

Keine körperliche Abhängigkeit

Psychostimulantien wirken aufputschend, euphorisierend und heben die Stimmungslage.

!! Sie wirken nicht depressionslösend !!

Steigern die Konzentration und Leistungsfähigkeit.

!!Starke Gefahr der Auszehrung der sonst vom autonomen Nervensystem geschützten Energiereserven!!

Klinisch (zum Beispiel Ritalin) bei Kindern gegen hyperkinetisches Syndrom (überaktive Kinder, "Zappelphilip") verwendet! Besitzt hier eine umkehrende Wirkung. Ob wirklich immer das Mittel der Wahl, dürfte sehr fraglich sein.


Beruhigende und antidepressive Mittel

Johanniskraut
Natürliches Antidepressivum, leicht beruhigend und stimmungsaufhellend. Bei Niedergeschlagenheit und Lustlosigkeit, Unruhe und Schlafstörungen. Erhöht die Lichtempfindlichkeit der Haut.
2-3 mal täglich eine Tasse Tee mit 2 gehäuften Teelöffeln, 2 Minuten ziehen lassen.
Baldrian
Natürliches Beruhigungsmittel. Bei Nervosität, Aufregung und Schlafstörungen. Auch bei nervösen Magen- Darmbeschwerden. Wirkt beruhigend und entspannend und fördert das Einschlafen. Auch tagsüber gut anwendbar, ohne die Aufmerksamkeit herabzusetzen (Autofahren, Prüfungen etc.).
Zur Anwendung Tee mit 2 knappen Teelöffeln auf 1/2 Liter Wasser, 10 Minuten ziehen lassen.
Hopfen
Natürliches Beruhigungsmittel. Bei Nervosität, Aufregung, Angst und Schlafstörungen. Wirkt beruhigend und entspannend und fördert das Einschlafen.
2 mal täglich eine Tasse Tee mit 2 gehäuften Teelöffeln, 15 Minuten ziehen lassen; zum Einschlafen eine halbe Stunde vor dem Schlafengehen.
Melisse
Natürliches Beruhigungsmittel. Bei Nervosität, Aufregung und Schlafstörungen. Wirkt beruhigend und entspannend und fördert das Einschlafen.
Zum Einschlafen 3 mal täglich Tee mit 3 Teelöffel je Tasse, 10 Minuten ziehen lassen.
Lavendel
Natürliches Beruhigungsmittel. Duftkissen aus den Blüten, Duftlampe mit ätherischem Lavendelöl, Lavendelbad.
Kava-Kava (Kava-Wurzel)
Natürliches Beruhigungs- und Entspannungsmittel. Anxiolytikum, nervöse Angst-, Spannungs- und Unruhezustände. Leichtes Antidepressivum.


Anregende Mittel

Kaffee
Wirkt anregend und stimulierend durch das Alkaloid Coffein, ein Nervengift, das auf das zentrale Nervensystem wirkt. Wirkung setzt sehr viel heftiger ein, als beim Tee und hält weniger lange vor. Gewöhnung, Dosissteigerung bis hin zur Abhängigkeit möglich. Röststoffe wirken reizend auf Magen und Darm. Bei überhöhtem Konsum Nervosität bis hin zu Herzschäden möglich. Schlafstörungen - bis hin zum Umkehreffekt (nicht schlafen können ohne Kaffee muss als Suchterscheinung gelten). Erhöhung des Cholesterinspiegels wird ihm nachgesagt.
Wie Parazelsus schon sagte, die Dosis macht's, dass ein Ding ein Gift ist.

Tee (schwarzer und grüner)
Milde anregend. Trotz höherem Coffeingehalt (Thein) als beim Kaffee besitzen Schwarztee und Grüner Tee eine mildere Wirkung. Langsamere Anstiegskurve und länger andauernde Wirkung.
Grüntee ist nicht fermentierter Schwarztee, und dadurch natürlicher. Er gilt allgemein als schonender und gesundheitsfördernd. In letzter Zeit wird ihm eine krebshemmende Wirkung nachgesagt. In China und Japan Getränk der Hundertjährigen. Beide Arten, besonders der Grüntee sind bekömmlicher und magenschonender als Kaffee.

Mate-Tee
Südamerikanische Stechpalmenart (Ilex). Anregende Wirkung durch Thein.

Guarana
Energiespender aus Südamerika. Stärkstes natürlich vorkommendes Koffein. Gilt als erheblich schonender als Kaffee. Wirkt belebend und erfrischend ohne nervös zu machen. Sehr reizarm und magenschonend.


Übersicht

Alkohol
Canabis/Marihuana
Kokain
LSD
Psilocybin
Opioide
Psychostimulantien

Alkohol

Gesellschaftsdroge Nr. 1 !

Bei offener und wertfreier Betrachtung kann man sich eigentlich nur wundern, welch ein Zirkus um die Gefährlichkeit des Rauchens und seiner zahlreichen Verbote (die ich bislang begrüße) gemacht werden, während sich die Verantwortlichen zum Thema Alkohol stellen, als wäre es ein wichtiges Grundnahrungsmittel und ihre Hände weitgehend in den Schoß legen.

Eine Anekdote
Vor vielen Jahren sah ich in der Münchner U-Bahn einmal eine Bierwerbung, die ungefähr so lautete: "YX (eine Biersorte) ist meine erste Mahlzeit." Darunter hatte jemand gesprayt: "Wenn das auch Ihre erste Mahlzeit ist, rufen Sie 0xxxy an. - Anonyme Alkoholiker!"

Therapie des Alkoholismus

Man unterscheidet die Entzugsphase, die Entwöhnungsphase und die langfristige Nachsorge.
Die Entzugsphase dauert ca. 2-3 Wochen. Sie wird stationär in einer Suchtklinik auf der Intensivstation durchgeführt (Gefahr des Entzugsdelirs). Meist werden 8 – 10 Tage medikamentös begleitet (z..B. mit Distraneurin, einem Mittel, das zwischen Neuroleptika und Benzodiazepinen steht). Ziel der Entzugsphase ist die Entgiftung des Körpers (körperlicher Entzug).
Die Entwöhnungsphase dauert ca. 4 Monate. Sie wird ebenfalls in einer Spezialklinik oder auch ambulant durchgeführt. Bei der Entwöhnungsphase geht es darum, den Klienten auf ein Leben ohne Alkohol vorzubereiten. Kontrolliertes Trinken ist bei abhängigen nicht mehr möglich! Neuorganisation des Lebens, Auseinandersetzung mit der Ersatzfunktion der Droge Alkohol, psychische Aufarbeitung in der Regel in intensiven Gruppenbehandlungen, psychotherapeutische Begleitung.
Nachsorgephase mit weiterer psychotherapeutischer Begleitung, evtl. Teilnahme an Selbsthilfegruppen (Anonyme Alkoholiker, Blaukreuz u.a.) zur langfristigen Stabilisierung der Abstinenz.

Zahlreiche Informationen zum Thema Alkoholabhängigkeit finden Sie hier.

Canabis, Marihuana

Gehobene Stimmung, euphorisch, albern, friedlich. Wahrnehmungsstörungen, Veränderung der Realität, teilweise psychische Abhängigkeit. "Einstiegsdroge" für sogenannte härtere Drogen.

Diskussionen über die Legalisierung beziehungsweise der Notwendigkeit einer Kriminalisierung sind angesichts der immensen Schädigungen und Abhängigkeiten von Alkohol und Rauchen (mit unzähligen Toten) eher ein (äußerst unehrliches) Scheingefecht.

Kokain

Maniforme Erregung, Rededrang, sexuelle Enthemmung, Euphorie. Langfristig Persönlichkeitsabbau bis hin zu Dermatozoenwahn.
Führt zu starker psychischer Abhängigkeit!

LSD

Illusionäre Verkennungen, Halluzinationen (vor allem Formen und Farben). Erlebnisse von Derpersonalisation (Fremdwerden der eigenen Person, abnorme Veränderung in der Wahrnehmung des Körpers und der Gefühle, gestörtes Einheitserleben der Person) und Derealisation (abnorm veränderte Umwelt). Horrortrip, Angst, Panik, psychotische Symptome. Sehr riskantes synthetisches Halluzinogen mit der Gefahr von Fremd und Selbstgefährdung.
Psychische Abhängigkeit.

Psilocybin

Rauschmittel, ähnlich LSD und Mescalin. Störungen der Wahrnehmung und des Bewusstseins, Halluzinationen.

Opioide

(Opium, Morphium, synthetische Derivate: Heroin, Codein, Methadon)
Stimulation, Euphorisierung, Rückzug auf inneres Erleben , Schmerzbetäubung.
Hohe Abhängigkeitsgefahr! Schon nach wenigen Tagen Toleranz- und Dosissteigerung.
Diagnostische Hilfsmittel: Trunkenheit ohne Alkohol, gerötete Augen, trockener Mund, Herzklopfen, Durst, enge Pupillen, Einstiche, wirkt gereizt-vernachlässigt .
Entzugserscheinungen: weite Pupillen, Schwitzen, Tränenfluss, Nasenlaufen, Zittern, Gliederschmerzen, Muskelkrämpfe, Tachykardie, Übelkeit u. Erbrechen, Durchfall, Angstzustände, Schlaflosigkeit (ähnlich schwerer Grippe).

Psychostimulantien

Ecstasy, Weckamine, Amphetamine etc.
Siehe auch hier